Hosokawa-shi: das UNESCO-Papier aus dem Ogawa-Tal

5 Min. Lesezeit
Redaktionelle Visualisierung von Händen, die ein Bambussieb mit weißem Kōzo-Faserbrei über einem Bottich schwenken; keine Fotografie einer bestimmten Ogawa-Werkstatt.

Stücke zu diesem Ratgeber ansehen ↓ · Japanische Geschenke zu den Feiertagen

Hosokawa-shi (細川紙) ist handgeschöpftes Kōzo-Papier aus der Gegend um Ogawa-machi und Higashichichibu in Saitama. Sein Name bewahrt eine Verbindung zur älteren Papierherstellung in Kishū, dem heutigen Wakayama.

Die folgenden Papierherstellungs- und Materialszenen sind redaktionelle Visualisierungen. Sie sind keine anhand von Quellen bestätigten Fotos einer bestimmten Werkstatt in Ogawa und belegen nicht, dass ein abgebildetes Blatt zertifiziertes Hosokawa-shi ist. Für Angaben zu einer bestimmten Werkstatt, einem Verfahren oder einem Blatt sind die verlinkten Quellen und die Herstellerspezifikationen maßgeblich.

Was ist Hosokawa-shi?

Das anerkannte Hosokawa-shi-Verfahren verwendet in Japan angebauten Kōzo, also Papiermaulbeerbaum, und traditionelle Handschöpftechniken. Das ungefärbte Papier ist unter anderem mit Geschäftsbüchern und Dokumenten verbunden. Fasern und Verarbeitung verleihen dem fertigen Blatt seine Textur und Festigkeit. Es ist nicht als wasserdicht anzusehen.

Redaktionelles Stillleben schlichter handgeschöpfter Washi-Blätter mit weichen Büttenrändern auf dunklem Holz; kein Produkt- oder Zertifizierungsfoto
Ein schlichtes Hosokawa-shi-Blatt mit leichtem Glanz.

Unsere Einführung in Washi erklärt Fasern und Papierherstellung im größeren Zusammenhang.

Ein Name auf Wanderschaft

Die Tourismusdarstellung Saitamas verbindet den Namen mit dem Dorf Hosokawa beim Berg Kōya in Kishū. Sie erklärt, dass das Papier aus der Gegend um Ogawa dem älteren Hosokawa-Papier ähnelte und deshalb dessen Namen übernahm.

Papierherstellung in der Gegend um Ogawa

Die Papierherstellung in der weiteren Region wird häufig als rund 1.300 Jahre alt beschrieben. Frühe Aufzeichnungen über Papier aus Musashi liefern diesen regionalen Zusammenhang. Sie belegen nicht, dass das heute anerkannte Hosokawa-shi-Verfahren über den gesamten Zeitraum ununterbrochen verwendet wurde.

Der Fluss Tsukigawa lieferte Wasser für die Faseraufbereitung und das Schöpfen der Blätter. Die Region entwickelte sich zu einem bedeutenden Papierherstellungsgebiet. Für die späte Edo-Zeit werden mehr als 750 Werkstätten genannt.

Anerkennung als Kulturgut und durch die UNESCO

Die Anerkennungen gelten dem Handwerk und seiner Weitergabe:

1978 wurde das Hosokawa-shi-Handwerk als bedeutendes immaterielles Kulturgut Japans anerkannt. Das anerkannte Verfahren schreibt in Japan angebauten Kōzo, traditionelle Werkzeuge und das Handschöpfen im Nagashizuki-Verfahren vor.

Hosokawa-shi wurde 2014 zusammen mit Sekishū-banshi und Hon-minoshi in den UNESCO-Eintrag zu Washi aufgenommen. 2025 wurde der Eintrag um Echizen-Torinoko-Papier aus Fukui erweitert, das Gampi statt Kōzo verwendet. Siehe den UNESCO-Eintrag und die Mitteilung der Präfektur Fukui zur Erweiterung.

Für die Restaurierung muss Papier zur jeweiligen Behandlung passen. Die Anerkennung als Kulturerbe belegt nicht, dass jedes Hosokawa-shi-Blatt für die Reparatur eines Kunstwerks geeignet ist.

Vom Maulbeerbaum zum Blatt: ein Überblick

Die Arbeit reicht von der Faseraufbereitung über das Schöpfen bis zur Fertigstellung der Blätter. Werkstätten können die Arbeitsschritte unterschiedlich aufteilen:

Die Fasern vorbereiten

  1. Dämpfen. Im Winter geerntete Kōzo-Zweige werden auf Länge geschnitten und gedämpft, um die Rinde zu lösen.
  2. Rinde ablösen. Durch das Dämpfen lässt sich die Rinde von den Zweigen abziehen. Sie wird getrocknet und für die spätere Verarbeitung aufbewahrt.
  3. Weiße Rinde vorbereiten. Einweichen macht das Material weich, bevor die dunkle äußere Rinde abgeschabt wird.
  4. Kochen. Die vorbereitete Rinde wird mit einer Lauge gekocht und anschließend gespült, um unerwünschtes Material zu entfernen. Die Bedingungen richten sich nach dem kontrollierten Verfahren der Werkstatt.
  5. Reinigen (Chiri-tori). Unerwünschte Partikel werden von Hand aus der nassen Faser entfernt.
  6. Schlagen. Die gereinigten Fasern werden voneinander gelöst und für die Verteilung in Wasser vorbereitet.

Das Blatt schöpfen

  1. Zugabe von Neri. Schleimstoffe aus Tororo-aoi-Wurzeln helfen, die Fasern während der Blattbildung verteilt zu halten.
  2. Schöpfen (Nagashizuki). Ein Bambussieb in einem Rahmen schöpft die Fasermischung. Durch wiederholte Bewegungen baut sich das Blatt auf. Die nassen Blätter werden zu einem Stapel abgelegt.
  3. Pressen. Der nasse Stapel entwässert und wird nach und nach gepresst, um Wasser zu entfernen.
Redaktionelle Visualisierung nasser weißer Kōzo-Fasern auf einem Bambus-Schöpfsieb (Su); kein Foto einer bestimmten Werkstatt
Kōzo-Fasern auf dem Bambussieb zum Schöpfen der Blätter.

Die Blätter fertigstellen

  1. Trocknen. Die Blätter werden einzeln abgezogen und mit einem Pinsel glatt auf Bretter aufgebracht, wo sie trocknen. Traditionell geschieht dies draußen in der Sonne.
  2. Sortieren. Die Blätter werden geprüft und nach Qualität eingestuft; ungeeignete werden aussortiert.
  3. Fertigstellen. Die Blätter werden für das benötigte Format vorbereitet. Ob sie beschnitten werden, hängt vom Produkt ab.
Redaktionelle Visualisierung von Washi-Blättern, die draußen auf Holzbrettern trocknen; Werkstattverfahren und Wetter sind unterschiedlich
Blätter werden zum Trocknen mit einem Pinsel auf Bretter aufgebracht. Wetter und Werkstattpraxis beeinflussen das Verfahren.

Die Kōzo-Ernte und einige Schritte der Rindenaufbereitung sind jahreszeitlich gebunden. Papierherstellung und Besucherkurse sind jedoch nicht auf den Winter beschränkt. Fragen Sie die Einrichtung, welche Schritte an Ihrem geplanten Besuchstag zu sehen sind.

Eine Papierwerkstatt besuchen

In der Gegend bieten Einrichtungen angeleitete Angebote zum Papierschöpfen an. Buchen Sie den gewünschten Kurs und fragen Sie, welche Produktionsschritte sichtbar sein werden:

  • Ogawa Washi Learning Center. Die Einrichtung in einem Gebäude von 1936 bietet Erlebniskurse nach Reservierung an. Saitamas Kursinformationen beschreiben das Programm. Klären Sie bei der Buchung Gebühren, Verfügbarkeit und Schließtage.
  • Higashichichibu Washi no Sato. Dieser Raststättenkomplex umfasst ein hierher versetztes Papiermacherhaus aus der Edo-Zeit und angeleitete Aktivitäten.
  • Michi-no-Eki Ogawamachi. Die Einrichtung für traditionelles Handwerk bietet praktische Washi-Aktivitäten an. Prüfen Sie vor dem Besuch Kursdetails und Altersvorgaben.

Saitamas Tourismusinformationen nennen etwa 70 Minuten von Ikebukuro nach Ogawamachi mit der Tobu Tōjō-Linie. Prüfen Sie die tatsächliche Verbindung, die Weiterfahrt und die Kurszeit gemeinsam.

Häufige Fragen

Wofür wird Hosokawa-shi verwendet?

Historisch diente es unter anderem für Geschäftsbücher und amtliche Dokumente. Heutige Blätter können sich je nach Spezifikation für Schreibwaren, Kunst oder Fachanwendungen eignen. Fragen Sie für die Reparatur eines Kunstwerks eine Restaurierungsfachkraft nach der Eignung.

Quellen: Saitamas Tourismusinformationen zu Ortsgeschichte und Besuchen sowie die oben verlinkten Angaben der UNESCO und der Präfektur Fukui zum Kulturerbe-Eintrag. Besucherprogramme und praktische Regelungen können sich ändern.

Stücke zu diesem Ratgeber

Ganze Kollektion ansehen: Japanische Geschenke zu den Feiertagen

Zurück zum Blog

Kommentar hinterlassen