Unter dem warm getönten Lack von Hida Shunkei bleibt die Maserung sichtbar. Die in Takayama und der umliegenden Hida-Region in Gifu gefertigten Waren tragen transparenten Urushi-Lack, häufig über einer gelben oder roten Färbung. Auf einem Tablett oder einer Dose bilden Richtung und Verlauf der Holzmaserung einen großen Teil des Dekors.
Bildhinweis: Sofern ein Bild nicht ausdrücklich als Fotografie bezeichnet ist, handelt es sich bei den Holzobjekten und Arbeitsszenen um redaktionelle Illustrationen. Sie sind keine Fotografien dokumentierter Hida-Shunkei-Objekte, Takayama-Werkstätten oder bestätigter Arbeitsschritte. Die keramischen Kombinationsvorschläge sind keine exakten Darstellungen von Katalogprodukten. Maßgeblich für die tatsächlichen Artikeldetails sind die verlinkten Produktbeschreibungen.
„Transparent“ bedeutet nicht farblos: Der Lack bringt seinen eigenen Farbton mit. Sowohl das Holz als auch die darüberliegenden Schichten beeinflussen das fertige Erscheinungsbild.
Zu den Formen gehören Tabletts, Blumengefäße, ineinandergestellte Schachteln, Lunchboxen sowie Utensilien für Tee und Sake.
Hida Shunkei erhielt 1975 die nationale Anerkennung als traditionelles Handwerk durch das Ministerium für Internationalen Handel und Industrie, den Vorgänger des heutigen METI. Das anerkannte Handwerk verwendet Naturlack und festgelegte Holzbearbeitungsverfahren.
Vierhundert Jahre Geschichte aus Takayama
Die überlieferte Ursprungsgeschichte wird um 1607 angesetzt. Nach Angaben der Stadt Takayama fertigte der Zimmermann Takahashi Kizaemon ein Tablett aus Sawara-Scheinzypresse, nachdem ihm die Maserung des Holzes aufgefallen war. Er überreichte es Kanamori Shigechika, später als Sōwa bekannt. Shigechika ließ den beauftragten Lackierer Narita San’emon transparenten Lack auftragen. Die Farbe wurde mit einem Teevorratsgefäß namens Hi-shunkei verglichen, das einem Töpfer der Kamakura-Zeit zugeschrieben wird. Dies ist eine Ursprungsüberlieferung, keine dokumentierte Rezeptur, die seit der Entstehung des Handwerks unverändert geblieben wäre.
Die frühe Herstellung war mit Teeutensilien verbunden, bevor Dosen, Tabletts und andere Haushaltsgegenstände hinzukamen. Lokale Hölzer und Fähigkeiten der Holzbearbeitung trugen das Handwerk. Großhändler stellten Hida Shunkei in der Meiji- und Taishō-Zeit auf internationalen Ausstellungen vor. Mit der Eisenbahnanbindung entstand ein Souvenirmarkt. Als Lack im Zweiten Weltkrieg knapp wurde, ging die Produktion zurück; nach dem Krieg erholte sie sich wieder.
Wie der transparente Lackaufbau entsteht
Holzhandwerker fertigen die Grundkörper aus lange getrockneten Hölzern wie Hinoki-Scheinzypresse, Sawara-Scheinzypresse und Japanischer Rosskastanie. Drei Verfahren eignen sich für unterschiedliche Formen: Hegimono verwendet gespaltene Bretter für Tabletts und Dosen; Magemono biegt gedämpftes Holz zu gerundeten Behältern, deren Verbindungen mit Kirschbaumrinde gesichert werden; Hikimono formt runde Objekte an der Drechselbank.
Die Oberfläche wird vorbereitet und gefärbt. Anschließend erhält sie einen Grundauftrag auf Sojabasis, der die Saugfähigkeit reguliert. Darüber wird transparenter Lack aufgetragen.
Der Verfahrensratgeber von Traditional Crafts Aoyama Square beschreibt, wie die Lackierer ihren eigenen transparenten Schlusslack zubereiten und seine Verarbeitung an Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Jahreszeit anpassen.
Gelbe und rote Gründe
Ki-shunkei hat einen gelben Grund, der häufig bernstein- bis goldfarben wirkt. Beni-shunkei verwendet Rot für einen tieferen rötlichen Ton. Bei beiden bleibt die Maserung sichtbar. Vergleichen Sie einzelne Stücke in dem Licht, in dem Sie sie verwenden möchten.
Hida Shunkei im Gebrauch
Verwenden Sie für waschbares Geschirr lauwarmes Wasser und ein weiches Tuch oder einen Schwamm und trocknen Sie es anschließend zügig ab. Vermeiden Sie Einweichen, Spülmaschine und Mikrowelle sowie längere direkte Sonneneinstrahlung oder Wärme eines nahen Heizgeräts. Befolgen Sie die Herstellerhinweise zum jeweiligen Objekt; ein Ausstellungsstück kann andere Pflege benötigen.
Farbe und Glanz können sich durch Zeit, Handhabung und Lagerung verändern. Diese Veränderung ist nicht zwangsläufig eine Verbesserung. Lassen Sie abblätternde Stellen, Risse oder beschädigtes freiliegendes Holz beurteilen, statt sie als erwünschte Alterung zu betrachten.
Keramik zu Shunkei-Lackwaren kombinieren
Keramische Tassen und Gefäße können ein Lacktablett mit sichtbarer Holzmaserung ergänzen. Die folgenden Stücke sind optische Kombinationsvorschläge aus anderen Handwerkstraditionen.
Das Arita-Teeset mit Goldglasur bietet einen glänzenden Kontrast, das Shigaraki-Set aus Kaffeetasse und Untertasse eine strukturierte Oberfläche und das fünfteilige Kutani-Ochoko-Set mit Blütendekor eine kleine Zusammenstellung für Sake. Prüfen Sie Material und mitgelieferte Verpackung auf der jeweiligen Produktseite. Weitere Vorschläge finden Sie unter Geschenke für Teeliebhaber.
Weitere Artikel der Reihe Urushi-Studien behandeln Maki-e-Lackdekor mit gestreutem Gold, gedrechselte Yamanaka-Lackwaren und Tsugaru-nuri.
Quelle: das Hida-Shunkei-Porträt von Traditional Crafts Aoyama Square beschreibt die Ursprungserzählung, Materialien und Herstellung. Die hier verlinkten Keramikprodukte sind vorgeschlagene Begleiter für Lackwaren und keine Beispiele für Hida Shunkei.


