Auf einer Lackdose kann Maki-e als feine Goldlinie, erhabenes Blatt oder Fläche aus gestreutem Metall erscheinen. Der Name bedeutet „Streubild“: Metallpulver wird auf ein mit Lack gezeichnetes Motiv gestreut. Wie das Motiv aufgebaut und poliert wird, prägt den Charakter der einzelnen Technik.
Hinweis zum Titelbild: Es handelt sich um eine erklärende Illustration des Maki-e-Verfahrens, nicht um ein Produktbild oder ein bestimmtes historisches Objekt.
Was ist Maki-e?
Eine Kunsthandwerkerin oder ein Kunsthandwerker zeichnet mit Urushi (漆), einem aus Baumsaft aufbereiteten Lack, und streut Metallpulver auf das noch klebrige Motiv. Ein Bambusröhrchen, Makizutsu, oder ein weicher Pinsel, Kebo, hilft beim Auftragen des Pulvers. Loses Pulver wird entfernt. Weitere Lackschichten und Polierschritte richten sich nach der Technik.

Maki bedeutet „streuen“ und E bedeutet „Bild“. Pulver baut das Motiv anders auf als eine dünne Blattgoldfolie. Der Überblick zu Maki-e nennt neben Gold und Silber auch Kupfer, Messing, Zinn und Platin als Metalle für unterschiedliche Farben und Texturen.
Von frühen Dekorationen zu Werkstatttraditionen
Die Japan-Search-Galerie der Nationalen Parlamentsbibliothek nennt den Makkinru-Dekor aus dem achten Jahrhundert an den Shōsōin-Schätzen als frühe Form. In der Heian-Zeit verbreitete sich Maki-e auf Einrichtungsgegenständen und religiösen Objekten weiter. Der Überblick der Britannica bietet weitere Hintergründe.
Zu den späteren Werkstatttraditionen gehören die Familien Kōami und Igarashi. Nachschlagewerke zählen Kōami Dōchō (1410–1478) zu den frühen namentlich bekannten Meistern, die mit erhaltenen Werken verbunden werden. In der Edo-Zeit schmückte Maki-e unter anderem Schwertbeschläge, Brautausstattungen und Teeutensilien.
Die drei Grundtechniken des Maki-e
Drei Hauptverfahren beschreiben, wie sich das Metallmotiv zur umgebenden Lackfläche verhält. Eine kombinierte Technik, Shishiai Togidashi Maki-e, verbindet erhabene und ausgeschliffene Partien.
Hiramaki-e (平蒔絵): flaches Maki-e
Hiramaki-e lässt das Motiv leicht über dem Grund stehen. Die Lackzeichnung wird mit Metallpulver bestreut, das anschließend fixiert und poliert wird. Dieses vergleichsweise direkte Verfahren fand in der Azuchi-Momoyama-Zeit weite Verbreitung.
Togidashi Maki-e (研出蒔絵): ausgeschliffenes Maki-e
Beim Togidashi Maki-e bedeckt Lack sowohl das Metallmotiv als auch den umgebenden Grund. Durch Polieren wird das Muster innerhalb einer glatten Oberfläche wieder sichtbar. Togidashi bedeutet sinngemäß „durch Polieren hervorbringen“.
Takamaki-e (高蒔絵): erhabenes Maki-e
Takamaki-e baut ein Relief aus Lack auf, der etwa mit Holzkohle- oder Tonpulver vermischt wird. Metallpulver bildet den Abschluss des erhabenen Motivs, sodass sich ein Flügel oder Ast vom Grund abheben kann. Shishiai Togidashi Maki-e verbindet diese Modellierung mit ausgeschliffenen Partien und erfordert die sorgfältige Beherrschung beider Verfahren.

Verwandte Techniken: Raden, Chinkin und Gold auf Porzellan
Maki-e kann auf einem Stück mit anderen Techniken kombiniert sein. Raden (螺鈿) bezeichnet Einlagen aus schillernden Muschelschalen. Bei Chinkin (沈金) haftet Blattgold oder Goldpulver in mit Lack ausgelegten Vertiefungen. Nashiji, „Birnenhaut“, erzeugt durch Metallflitter in durchscheinendem Lack einen gesprenkelten Grund.

Eingebrannte Vergoldung auf Porzellan entsteht anders als das Befestigen von Pulver auf Lack. Holz ist ein häufiger Lackträger, doch auch andere Materialien können Lackdekor tragen. Prüfen Sie sowohl die Technik als auch das darunterliegende Material.
Maki-e betrachten und pflegen
Achten Sie auf die Dichte des Metalls, die feinen Linien und erhabene Bereiche, ohne den Dekor zur Prüfung zu berühren. Fragen Sie für eine Zuschreibung nach Hersteller, Verfahren und zugehörigen Unterlagen. Eine signierte Schachtel kann eine dokumentierte Geschichte stützen, reicht allein aber nicht als Beleg aus.

Befolgen Sie die Herstellerhinweise für das Objekt. Verwenden Sie bei waschbaren Lackwaren zum Servieren lauwarmes Wasser, ein weiches Tuch oder einen Schwamm und mildes Spülmittel; trocknen Sie anschließend zügig ab. Vermeiden Sie Einweichen, Scheuermittel, Spülmaschine, Mikrowelle und Backofen. Schützen Sie die Stücke vor direkter Sonne und trockener Heizungsluft. Dekorative, empfindliche oder reparierte Werke können eine andere Methode benötigen. Lesen Sie unseren Pflegeratgeber für Urushi-Lackwaren.
Maki-e in regionalen Lackwaren
Unsere Beiträge über Wajima-nuri und Kishū-Lackwaren betrachten den Dekor zusammen mit Holzkörper, Grundierung und Deckschichten. Um Golddekor, der auf eine glasierte Keramikoberfläche eingebrannt wird, geht es im Beitrag zu Kinrande-Porzellan mit Goldbrokatdekor.
Häufige Fragen
Kann Maki-e auf ein keramisches Objekt aufgebracht werden?
Ein keramischer Körper kann Lackdekor tragen. Fragen Sie, ob das Gold mit Lack befestigt oder durch einen keramischen Brand aufgebracht wurde. Befolgen Sie anschließend die Pflegehinweise für das fertige Stück.
Quellen: die oben verlinkte Galerie der Nationalen Parlamentsbibliothek und die genannten Nachschlagewerke. Einzelne Museumseinträge und Herstellerbeschreibungen benennen die Techniken bestimmter Objekte.


