Seiji: die jadegrüne Welt des japanischen Seladons

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Große Arita-Seladonschale mit Pflanzendekor, Japan, etwa aus den 1640er-Jahren, The Metropolitan Museum of Art.

Blassblau, Graugrün, Jade- und Olivtöne kommen bei Seladon vor. Bei japanischem Seiji (青磁) kann eine durchscheinende Glasur in einer eingeschnittenen Linie dunkler und über einer erhabenen Kante heller wirken. Hizen- und Nabeshima-Keramik zeigen, wie dieses Spektrum genutzt wurde.

Was „Seiji“ bedeutet

Seiji ist die japanische Entsprechung von Seladon: Gemeint sind eisenhaltige grüne oder blaugrüne Glasuren und die damit versehenen Keramiken. Eine reduzierende Brennatmosphäre trägt zur Entstehung der charakteristischen Farben bei. Japanische Beispiele bestehen häufig aus Porzellan; andernorts kann Seladon auch einen Steinzeugscherben haben.

Glasurzusammensetzung, Scherben, Schichtstärke, Temperatur und Ofenatmosphäre wirken zusammen. Kein einzelner Eisengehalt und keine einzelne Brenntemperatur beschreiben alle Seladonrezepturen.

Objekt auf dem Titelbild: Large Dish (Ōzara) with Plants, Arita-Keramik, Japan, um die 1640er-Jahre. The Metropolitan Museum of Art; gemeinfrei.

Chinesischer Seladon und seine Aufnahme in Japan

Chinesischer Seladon umfasst mehrere eigenständige Keramiktraditionen. Longquan in Zhejiang ist besonders für grün glasierte Keramik bekannt: Der Longquan-Teller des Met aus dem fünfzehnten Jahrhundert trägt eingeschnittenes Lotusdekor unter einer Seladonglasur. Der Katalog beschreibt den Scherben als Steinzeug. Seladon bedeutet also nicht zwangsläufig Porzellan.

Chinesischer Seladon wurde bereits vor dem Beginn der eigenen Produktion nach Japan eingeführt und dort geschätzt. Vergleichen Sie erhaltene Importstücke mit späterer japanischer Keramik, um Unterschiede in Form und Glasur zu erkennen. Eine unverändert übernommene Rezeptur sollte nicht vorausgesetzt werden.

Longquan-Steinzeugteller mit gelapptem Rand und Lotusdekor unter Seladonglasur, China, 15. Jahrhundert, The Metropolitan Museum of Art
Foliated plate with lotus, Longquan-Keramik, China, 15. Jahrhundert. The Metropolitan Museum of Art; gemeinfrei.

Seladon im frühen japanischen Porzellan

Die japanische Seladonproduktion entwickelte sich in Hizen neben anderen Porzellanarten. Der Met-Katalogeintrag zu einer Hasami-Seladonschale verortet die frühe Seladonproduktion mehrerer Hizen-Werkstätten in den 1630er- und 1640er-Jahren. Die Schale selbst wird auf die 1640–1650er-Jahre datiert und zeigt den Einfluss chinesischer Longquan-Formen.

Seihakuji (青白磁), bläulichweißes Porzellan, bietet einen blasseren Vergleich. Seine leicht getönte Glasur kann auf einer Erhebung fast weiß und in einer Vertiefung farbiger erscheinen. Vergleichen Sie sie mit weißem Hakuji-Porzellan.

Nabeshima-Seladon aus Ōkawachiyama

Ōkawachiyama im heutigen Imari, Präfektur Saga, ist ein wichtiges Zentrum der Nabeshima-Tradition. Die Geschichtsdarstellung der Genossenschaft für Imari-Nabeshima-Keramik datiert den Umzug der fürstlichen Werkstatt dorthin auf 1675 und beschreibt die Herstellung von Geschenken für die Shōgun-Familie, den Hof und die Feudalherren. Nabeshima-Seladon wird neben blau-weißem und mit Aufglasurfarben dekoriertem Nabeshima als bedeutende örtliche Stilrichtung genannt.

Nach dem Ende der fürstlichen Produktion in der frühen Meiji-Zeit führten private Werkstätten örtliche Fertigkeiten weiter. Die Darstellung eines einzelnen Herstellers erklärt, wie ein heutiges Stück zu dieser Geschichte in Beziehung steht.

Schale mit Kranichen in Seladon- und Eisenglasuren mit Unterglasurblau, Hizen-Keramik, Nabeshima-Typ, Japan, spätes 17. Jahrhundert, The Metropolitan Museum of Art
Dish with Cranes, Hizen-Keramik, Nabeshima-Typ, Japan, spätes 17. Jahrhundert. The Metropolitan Museum of Art; gemeinfrei.

Eine Seladonglasur betrachten: Farbe, Krakelee und Form

Verfolgen Sie eine eingeschnittene Linie oder ein erhabenes Motiv und beobachten Sie, wo sich Glasur sammelt. Schichtstärke und Licht können dieselbe Farbe in einer Vertiefung dunkler und an einer Kante heller erscheinen lassen. Eingeschnittenes oder geformtes Dekor gestaltet diese Unterschiede ohne Bemalung.

Manche Seladonglasuren weisen ein vorgesehenes Netz feiner Haarrisse in der Glasurschicht auf, sogenanntes Krakelee. Dies unterscheidet sich von einem Riss durch den keramischen Scherben. Fragen Sie beim Kauf, ob Krakelee zur beabsichtigten Oberfläche gehört. Entsteht eine neue Linie, wird ein Stück undicht oder fühlt sich der Rand scharf an, verwenden Sie es bis zur Zustandsprüfung nicht mehr für Speisen oder Getränke.

Pflege und Vergleiche mit heutigem Porzellan

Befolgen Sie die Pflegehinweise für den jeweiligen Scherben und die Oberfläche. Unser Porzellan-Pflegeratgeber gilt für als Porzellan ausgewiesene Stücke; Krakelee oder Dekor erfordern zusätzliche Aufmerksamkeit. Die folgenden Shopartikel zeigen andere Oberflächen und sind keine Seladonbeispiele:

Entdecken Sie unter Porzellan eine größere Auswahl an Stücken aus diesem Material oder unter Arita- und Hasami-Keramik regionale Beispiele. Die Kollektionsnamen bedeuten nicht, dass jedes Stück eine Seladonglasur hat.

Weitere Beiträge: Hakuji, Sometsuke und Aka-e.

Quellen: die oben verlinkten Met-Katalogeinträge und die Geschichtsdarstellung der Genossenschaft für Imari-Nabeshima-Keramik. Maßgeblich für Scherben, Glasur, Hersteller und Datierung ist der Eintrag des einzelnen Objekts.

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