Sometsuke: japanisches blau-weißes Porzellan

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Original-Produktfotografie der ovalen Arita-Platte mit gewelltem Rand und blauem Kiefer-, Bambus- und Pflaumenblütendekor.

Bei Sometsuke (染付) liegt kobalthaltiges Pigment unter einer Glasur. Im Brand werden die gemalten Spuren blau und bilden die Konturen, Farbflächen und Muster des japanischen Blau-Weiß-Porzellans. Betrachten Sie das Zusammenspiel der Pinselspuren mit dem weißen Grund und wie der Dekor der Gefäßform folgt.

Gosu und die Glasur

Sometsuke bezeichnet blaue Unterglasurmalerei und ist besonders von Porzellan bekannt, der Begriff wird aber auch für andere Keramik verwendet. Die Schriftzeichen beziehen sich auf Färben und Farbauftrag. Blau, das auf eine bereits gebrannte Glasur gemalt wird, entsteht in einem anderen Verfahren.

Das Pigment heißt Gosu (呉須). Sein Aussehen nach dem Brand hängt von Pigmentrezeptur, Scherben, Glasur, Auftrag und Brennbedingungen ab. Das rohe Pigment sieht oft deutlich anders aus als das fertige Blau.

Die Anfänge von Sometsuke

Die japanische Porzellanherstellung begann im frühen siebzehnten Jahrhundert unter wesentlicher Mitwirkung koreanischer Töpfer. Aritas Geschichtsmuseum datiert die archäologischen Anfänge in die 1610er-Jahre und unterscheidet sie von der mit Yi Sam-pyeong (李参平, Kanagae Sanbee) verbundenen Gründungstradition. Er wird bis heute am Sueyama-Schrein in Arita verehrt.

Frühes japanisches Porzellan aus der ersten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts ist als Shoki-Imari (初期伊万里) bekannt. Kleine, sparsam bemalte blau-weiße Stücke für den heimischen Markt gehören in diese frühe Phase des japanischen Sometsuke.

Die Verbindung Arita–Imari–Hasami

Arita und Imari in Saga sowie Hasami in Nagasaki teilen eine Geschichte innerhalb der Hizen-Keramik. Imari war ein wichtiger Verschiffungshafen, während sich die Produktion in mehreren Ofengebieten entwickelte. Produkte, Kundschaft und Arbeitsteilung veränderten sich im Lauf der Zeit.

Den regionalen Zusammenhang erklärt Japans Keramikregionen; die Scherbenarten behandelt Steinzeug und Porzellan im Vergleich.

Historische Traditionen und vertraute Motive

Ko-Imari: älteres Imari-Porzellan

Ko-Imari (古伊万里) ist ein weiter Begriff für älteres Imari-Porzellan, einschließlich blau-weißer Ware für den heimischen Markt und den Export. Zeitgenössische Stücke können seine Entwürfe aufgreifen, wie diese Deckelschale im Ko-Imari-Stil. „Stil“ beschreibt den Einfluss, nicht ein antikes Alter.

Nabeshima: Porzellan für offizielle Geschenke

Nabeshima-Porzellan entstand unter der Förderung des Fürstentums Saga und ist für sorgfältig verteilte Motive, präzise Konturen und detailliert gestaltete Füße bekannt. Diese Merkmale erklären sein Erscheinungsbild; eine Zuschreibung benötigt dennoch Belege zum Objekt.

Zeitgenössisches Geschirr und Windspiele

Die heutige Produktion in Arita und Hasami umfasst Geschirr und dekorative Objekte mit vielfältigen Mal- und Formgebungsverfahren. Vergleichen Sie die facettierte Sometsuke-Schale mit Karakusa-Dekor und die gestreifte Arita-Fūrin als zwei Verwendungen von Blau auf Weiß.

Karakusa: rankende Pflanzen

Karakusa (唐草) ist ein Pflanzenrankenmotiv, das auf unterschiedlichen Materialien und in verschiedenen Epochen vorkommt. Auf Blau-Weiß-Porzellan kann es einem Rand folgen oder sich über ein ganzes Gefäß ausbreiten, wobei weiße Zwischenräume die Windungen der Stängel trennen.

Originalproduktfotografie einer blau-weißen Karakusa-Schale mit facettierten Seiten, quadratischem Spiegel und braun eingefasstem Wellenrand.

Kiefer, Bambus und Pflaume

Shōchikubai (松竹梅), Kiefer, Bambus und Pflaume, ist eine glückverheißende Motivgruppe, die mit Beständigkeit und Erneuerung verbunden wird. Unsere ovale Arita-Sometsuke-Platte mit Shōchikubai-Dekor ist ein Beispiel. Weitere Motive sind Chrysanthemen, Wellen und Kraniche. Blau-Weiß kann auf einer sommerlichen Tafel erfrischend wirken. Den saisonalen Zusammenhang erklärt Sommerliche Abkühlung in Japan und Ryō o toru.

Ovale Arita-Platte mit gewelltem Rand, darauf Kiefer, Bambus und Pflaume in Blau um eine schlichte weiße Mitte.

Blaues Glas entsteht anders

Kobalt kann auch Glas färben, doch blaues Edo-Kiriko ist geschliffenes Glas und kein Sometsuke. Beim Schleifen durch die äußere Farbschicht eines Überfangglases wird die darunterliegende Schicht sichtbar. Blau-Weiß-Porzellan entsteht dagegen durch Pigmentmalerei unter einer keramischen Glasur.

Sometsuke genau betrachten

Folgen Sie der Malerei um die Form. Diese Details helfen beim Betrachten des Werks. Fragen Sie nach einer Beschreibung des Herstellungsverfahrens, wenn Handbemalung oder eine andere Technik Ihre Wahl beeinflusst.

Linien

Achten Sie auf wechselnde Breiten und Abstände sowie darauf, wo eine Linie innehält oder abbiegt. Handarbeit kann sehr gleichmäßig sein, während Druck unregelmäßige Spuren wiedergeben kann. Unterschiedliche Linien allein beweisen deshalb kein bestimmtes Verfahren.

Das Blau

Die Brennvergleiche des Pigmentherstellers Fukaumi zeigen, wie Gosu-Rezepturen und Brennbedingungen die Farbe verändern. Ein graues oder ungleichmäßiges Blau kann ein gewollter Effekt sein und muss nicht auf mangelhaftes Pigment oder einen fehlerhaften Brand hindeuten.

Der weiße Grund

Betrachten Sie den Kontrast zwischen Blau und dem darunterliegenden Scherben mit seiner Glasur. Ein kühles Weiß, ein Graustich oder ein wärmerer Grund verändern dieses Verhältnis. Der freiliegende Fuß bietet einen weiteren Blick auf den Scherben.

Dami-Flächenmalerei

Dami (濃み) füllt umrandete Flächen mit Pigment aus einem gut gefüllten Pinsel. Achten Sie darauf, wo sich Farbe sammelt, dünner wird oder auf die Kontur trifft und wie dies zum gesamten Muster beiträgt.

Nahaufnahme blauer Bambus- und Pflaumenmotive am gerippten Rand einer Arita-Platte mit dunklen Konturen und helleren Farbflächen.

Das Verhältnis zwischen Blau, Glasur und weißen Freiflächen verbindet frühes Sometsuke mit zeitgenössischen Arbeiten. Rezepturen und Brennverfahren haben sich verändert, während die Hersteller vertraute Motive weiterentwickeln.

Häufige Fragen

Warum sieht das Blau bei älterem und modernem Sometsuke etwas unterschiedlich aus?

Natürliche Kobalterze und moderne Rezepturen enthalten unterschiedliche Anteile färbender Bestandteile. Auch Scherben, Glasur und Brand beeinflussen das Ergebnis. Die Farbe allein ist deshalb kein zuverlässiger Anhaltspunkt für das Alter.

Ist Sometsuke auch auf Steinzeug möglich?

Ja. Die Darstellung von Kenzans Keramik durch das Hatakeyama Museum nennt Sometsuke unter seinen Dekorationsverfahren. Unser Vergleich von Steinzeug und Porzellan erklärt die davon getrennte Frage nach der Scherbenart.

Darf Sometsuke in Spülmaschine und Mikrowelle?

Prüfen Sie Anleitung, Dekor und Zustand des einzelnen Produkts. Kobalt in einer gebrannten Farbe unterscheidet sich von einer aufgetragenen metallischen Gold- oder Silberschicht. Blau unter der Glasur allein bestätigt jedoch keine Geräteeignung. Siehe den Pflegeleitfaden für japanisches Porzellan.

Anmerkung der Redaktion

Dies ist Band 01 von Color of Utsuwa, unserer Reihe über Farbe und Oberfläche japanischer Keramik. Verwandte Beiträge behandeln weißes Hakuji-Porzellan und Seladon (Seiji). Zu Lackwaren siehe Urushi Studies, Band 01 – Wajima-nuri.

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