Lucie Rie: Elegant Vessels Fusing East and West war vom 4. Juli bis zum 13. September 2026 im Tokyo Metropolitan Teien Art Museum zu sehen. Dieser auf den veröffentlichten Museumsunterlagen beruhende Beitrag stellt die Künstlerin und die Themen der Ausstellung vor. Die Tokioter Ausstellung ist beendet; die angekündigten Termine für Osaka stehen weiter unten.

Wer war Lucie Rie?
Lucie Rie (1902–1995) wurde in Wien zur Keramikerin ausgebildet und ging 1938 nach London, nachdem sie zur Emigration gezwungen worden war. Ihre auf der Töpferscheibe gedrehten Schalen und Flaschen verbinden sorgfältig ausgearbeitete Konturen mit unterschiedlichen Glasuren. Zu den Dekortechniken gehören Einlegearbeit und Sgraffito, bei dem durch das Einritzen einer Oberflächenschicht die darunterliegende Farbe sichtbar wird.
Die Darstellung des V&A zu Rie als britischer Studiokeramikerin ordnet ihre Arbeit sowohl in ihr Leben in London als auch in ihre frühere österreichische Ausbildung ein.
Warum „Ost und West“?
Das Museum zeigte Ries Arbeiten zusammen mit Werken von Josef Hoffmann, Bernard Leach, Hans Coper und Hamada Shōji. Diese Verbindungen ermöglichten es, ihre Arbeit neben ostasiatischer Keramik zu betrachten. „Ost und West“ bezeichnet hier keinen einheitlichen Stil.
1989 wurde Ries Werk in Japan im Sogetsu Kaikan einem größeren Publikum vorgestellt; weitere Ausstellungen folgten 2010 und 2015. Hintergrundwissen zu japanischen Keramikmaterialien und Herstellungsverfahren bieten unsere Ratgeber zu Steinzeug und Porzellan sowie zu Keramikregionen.
Für die Ausstellung ausgewählte Werke
Die veröffentlichte Werkauswahl stammte aus Sammlungen in ganz Japan, darunter die im National Crafts Museum hinterlegte Iuchi-Sammlung. Sie reichte von einer frühen Schale über spätere Fußschalen und kannelierte oder marmorierte Vasen bis zu einem Kaffeeservice und Keramikknöpfen. Diese Vielfalt eröffnete unterschiedliche Zugänge zu Ries Umgang mit Linie, Glasur und Proportion.

Der Ausstellungsort: eine Art-déco-Residenz von 1933
Das 1933 als Residenz des Prinzen Asaka fertiggestellte Hauptgebäude bewahrt die Atmosphäre eines Art-déco-Wohnhauses. Die Ausstellung nutzte außerdem den Annex. In seiner Beschreibung stellte das Museum die Beziehung zwischen Ries Gefäßen und der ehemaligen Residenz als Teil des Ausstellungskonzepts vor.
Garten und Architektur bieten auch unabhängig von dieser Ausstellung Anlass für einen Museumsbesuch. Informieren Sie sich vor der Anreise über die aktuellen Zugangsbedingungen und das laufende Programm.

Termine in Tokio und anschließende Präsentation
Die Tokioter Ausstellung fand unter der Adresse 5-21-9 Shirokanedai, Minato-ku, vom 4. Juli bis zum 13. September 2026 statt. Die offizielle Ausstellungsseite dokumentiert Programm, Eintrittsbedingungen und Fotografierregeln für diesen Zeitraum.
Das Museum nennt eine Präsentation im Abeno Harukas Art Museum in Osaka vom 26. Dezember 2026 bis zum 7. März 2027. Prüfen Sie Termine, Eintrittskarten und Besuchsregeln beim Veranstaltungsort. Die Tokioter Bedingungen gelten dort nicht automatisch.
Form und Oberfläche betrachten
Verfolgen Sie bei Abbildungen oder dokumentierten Werken die Kontur vom Fuß bis zum Rand. Achten Sie anschließend darauf, wie Linien über die Form verlaufen oder sich Glasur an einer Kante sammelt. So lassen sich Keramiken vergleichen, ohne aus ähnlichen Oberflächen unmittelbar auf einen künstlerischen Einfluss zu schließen.
Unser Ratgeber zu Tee- und Glasurfarben beschäftigt sich mit visuellen Entscheidungen im Alltag. Zeitgenössische Beispiele im Shop sind ein Kutani-Chawan mit Hasenmotiv, eine Blumenschale von Iroe Yū und ein Mino-yaki-Becher aus der Kollektion für Teefreunde. Es handelt sich um eigenständige Arbeiten der jeweils genannten Hersteller, nicht um Entwürfe von Rie.
Am 13. September 2026 nach dem Ende der Tokioter Ausstellung aktualisiert. Die Ausstellungsangaben stammen von der offiziellen Seite des Teien Art Museum. Dieser Beitrag ist ein recherchierter Ratgeber und kein Bericht über einen Besuch von ZenKiln.


